30.09 - 18.10.2026
30.09.2026 und 01.10.2026 Knapp ein Jahr Verspätung
Nachdem es letztes Jahr auf Madagaskar Studentenunruhen gab und daher Emirates die Flüge gestrichen hatte, mussten wir uns kurzfristig umorientieren und die Reise nach Madagaskar verschieben. Heute ist es endlich soweit es geht los! Die Anreise hatte es in sich, um 15:25h hat Hartmut mich abgeholt um mich nach Lindern zum Bahnhof zu bringen, aber die Bahnfahrt währte nicht lange, eine Streckensperrung bereitete meinem Glück ein jähes Ende in Mönchengladbach. Nach einigem warten musste ich ein Uber zum Flughafen bestellen.
Der Flug nach Istanbul war voll und pünktlich, die Langstrecke war auch voll, ist aber erst mit einer Stunde Verspätung gestartet, nach dem ersten Stopp auf Mauritius ging es dann, nachdem wir nochmals 2h im Flugzeug gewartet haben endlich weiter nach Antananarivo.
Bei der Einreise wird noch mit Landingcards gearbeitet, die von Hand ausgefüllt werden, die werden zuerst mal gestempelt. Danach geht es weiter zum bezahlen des Visums und danach zur Grenzpolizei, der eigentlichen Kontrolle, die teilen sich zwei Leute und zum Schluss, beim Verlassen des Bereichs erfolgt nochmal eine Passkontrolle, also 5 Stationen, nicht zu vergleichen mit Kambodscha, wo acht Leute wie die Hühner auf der Stange saßen. Aber, alle waren freundlich und hatten ein Lächeln auf den Lippen, so macht die Einreise Spaß.
Abgeholt wurden wir von Benjamin von der Agentur und Eddy unserem Guide und Fahrer. Sim Karte besorgt, mit ähnlich hohem bürokratischem Aufwand wie die Einreise und ein dickes Bündel Geld abgehoben, 5000 Ariary sind rund ein EUR, das Geld kam in 10.000 Ariary Scheinen. Bei 120 EUR kommt da was zusammen.
Auf der rund 30 minütigen Fahrt zum Hotel bekommen wir einen ersten Eindruck, während Benjamin uns Informationen zur Reise und dem Land gibt. Das Hotel ist schön, alles neu und Tiptop und liegt ca. 10km außerhalb vom Stadtzentrum. Nach einem ersten Bier am Pool folgte noch das Abendessen im schönen Hotelrestaurant.
Morgen geht die Reise richtig los, wir sind in Madagaskar!
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02.10.2026 Es geht los – Lemuren und Chamäleons!
Nix zu meckern heute, das Hotel war schön, wir kommen ja noch zweimal zurück, lecker Frühstück und um 8:00h stand auch schon Guide Eddy parat. Er ist heute um 5:00h aufgestanden und einmal quer durch die Stadt gefahren um uns aufzuladen, hat ihn 2h gekostet.
Sobald wir auf dem Weg nach Andasibe sind, geht das Stopp and Go los. 1h20min brauchen wir um aus der Stadt heraus zu kommen. Auch außerhalb der Stadt ist die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht sehr hoch. Auf der Strecke sehen wir viele kleine Steinbrüche in denen Granit abgebaut und zu Pflastersteinen geschlagen wird. Außerdem bäckt jeder Bauer Ziegel und bietet zusätzlich Obst an der Straße feil, auch wir nutzen die Gelegenheit um Bananen und noch eine andere unbekannte Frucht zu kaufen.
Unser erster Stopp heute ist das Réserve Perieras, dort kann man jede Menge Chamäleons, Geckos und natürlich Lemuren sehen. Die Chamäleons sind eingesperrt, trotzdem tolle so nah an die Tiere ran zu kommen, das denken sicher auch die anderen Besucher, der Laden ist ziemlich voll. Frösche und Schlangen gibt es auch noch, aber die Stars sind ganz klar die Chamäleons. Mit der Schlange, einer Boa, wollte Eva nix zu tun haben, ich hab trotzdem für sie ein Bild gemacht.
Nach dem Besuch des Reserve ging es noch mal für 1h auf die Straße bis wir hier im Eulophiella Hotel angekommen sind, ein schöner Platz mitten im Wald, mit schön gepflegten Rasenflächen, tollen Blumen und diversen Zimmerpflanzen im Garten.
Für 18:30h steht heute noch die Nachtwanderung auf dem Programm, aufgrund des Regens der zuvor gefallen ist machen wir uns nicht allzu viel Hoffnung auf Tiersichtungen. Trotzdem sehen wir 5 Lemuren, jedoch alle weit weg und diverse mini Chamäleons, im Nachhinein noch ein erfolgreicher Spaziergang im Dunkeln. Auf der Nachttour hatten wir keinen Guide, sondern lediglich einen Spotter, eine Kommunikation war, aufgrund unüberwindbarer Sprachbarrieren mit dem Herren nicht möglich.
Beim Abendessen hatte Eva heute Cebu, das ist das lokale Rind, wirklich lecker und keine Schuhsohle wie wir das schon in anderen Ländern hatten. War ein toller Tag heute!
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03.10.2026 Geburtstag, Lemuren, Krokodile und Co.
Heute war frühes Aufstehen angesagt, erst einmal, weil Eva heute Geburtstag hat, dann weil wir um 7:00h abfahrbereit sein müssen. Der Morgen beginnt traumhaft, die Sonne scheint und ein paar Nebelfetzen hängen in den Bäumen, das verspricht ein toller Tag zu werden, toll war der Tag, aber nicht wegen dem Wetter. Jedenfalls brechen wir um 7:00h auf zum Parc National Analamazaotra Mantadia in Andasibe, das kann kein Mensch ohne Nachrichtensprecherausbildung aussprechen. Ab jetzt nur noch NP.
Angekommen werden Ticket gekauft, ein lokaler Guide, er heißt wohl André, angeheuert und los geht die Exkursion im Park. Als erstes sehen wir ein Miniatur Chamäleon und relativ weit vorn die ersten Lemuren, Braune Lemuren und der Bambuslemur. Der Bambuslemur ist der kleinste tagaktive Lemur, dementsprechend schwer macht er es einem. Die braunen Lemuren sind schon etwas wilder, die ähneln eher einer Horde Rowdies. Guide André streift mit uns durch das Unterholz, umgeht die anderen Gruppen und wir müssen uns beeilen um ihm zu folgen. Er ist immer bemüht uns in eine gute Fotoposition zu bringen, er ist genauso im Jagdfieber wie wir. Danach geht es weiter zu den Indris. Das sind absolute Spätaufsteher. Als wir nach acht Uhr an deren Schlafplätzen ankommen hängen die Burschen noch verschlafen in den Bäumen, man sieht nur Hinterteile. Dann wird sich geräkelt und im Baum abgestiegen um Morgentoilette zu machen, das plätschert ordentlich und danach poltert es, man muss aufpassen wo man sich hinstellt, sonst gibt es noch eine Dusche. Nachdem die Tiere wach sind gibt es Frühstück indem Blätter und Früchte in den Mund gepflückt werden.
Als nächstes sind die Orangen- oder Tanzlemuren dran. Deren Start in den Tag ähnelt dem der Indris, da wir aber später ankommen sind die Lemuren schon etwas aktiver. So verfliegen die Stunden mit dem Finger am Auslöser und dem Kopf im Nacken.
Nachdem wir alles gesehen haben gibt es noch eine Extrarunde im Park, die man sich hätte schenken können. Am Ende haben wir 10km auf dem Tacho.
Nach dem Lunch in einem Restaurant, dass sich voll auf die Chinesischen Touristen eingestellt hat bringt Eddy uns in die Vakona Forest Lodge. Dort sind zwei Bereiche, einmal die Nilkrokodile und die Lemuren. Wir starten mir den Krokodilen, das sind ganz schöne Oschies die am und im See liegen. Madagaskar Landschildkröten und diverse Enten gibt es auch noch zu bestaunen. Da es immer mal wieder regnet und wir an der Lemureninsel auch noch warten müssen geht das alles etwas auf die Stimmung. Auf der Insel steigt die aber gleich wieder, zum einen weil der Regen aufgehört hat und zum anderen weil die Lemuren hier zahm sind, einen auf wenige Zentimeter heran lassen und für Selfies posieren. Wir machen auch Lemurenselfies war schon ein großer Spaß.
Auf dem Rückweg ins Hotel zeigt sich das Wetter wieder von seiner guten Seite, genau wie heute Morgen.
Nach einem Getränk auf Evas Geburtstag und dem Abendessen geht es ans aussortieren von Bildern, heute sind über 500 zusammen gekommen. Ich bin schon runter auf 117, immer noch zu viel.
Toller Tag und hoffentlich auch ein toller Geburtstag für Eva, auch wenn die Lemuren nicht zu Party aufgelegt waren.
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04.10.2026 Legendäre Straßen und ein Königspalast
Der heutige Tag war nicht ganz so spektakulär. Die Straßen von Madagaskar haben ihrem Ruf alle Ehren gemacht. Es ging zurück von Andasibe nach Antananarivo, für die 148km lange Strecke haben wir über 4,5h gebraucht, in der Zeit fahren die bei der Tour de France eine Etappe gleicher Länge mit dem Rad. Schlaglöcher mit einer Tiefe von 40cm und riesige Flächen auf denen der Asphalt komplett fehlt sind keine Seltenheit und das auf der Straße zwischen dem wichtigsten Hafen des Landes und der Hauptstadt.
Kurz nach Mittag haben wir es jedenfalls geschafft und wir sind auf dem blauen Königshügel, einer Unesco Welterbestätte. Der Guide für die Tour macht uns nicht froh, die Zettel zu den Ausstellungsstücken hätten wir noch selber lesen können und seine Interpretation von Englisch verstehen wir nur zur Hälfte. Ein wirklich schöner und ruhiger Ort, wären wir dort allein herumgelaufen hätten wir es mehr genossen.
Jedenfalls hatten wir heute auch noch etwas Zeit das Hotel zu genießen, nach einer halben Stunde am Pool hat es mich noch mal auf die Straße gezogen. Nach einem guten halben Kilometer meines Spaziergangs geht rechts eine Straße ab in der alle Leute abbiegen. Dort ist ein Straßenmarkt und es tobt das Leben. Bauern bieten Gemüse an, es gibt Elektronik zu kaufen, sogar einen Schneider habe ich gesehen und diverse Kneipen. Eine davon ist komplett vergittert, keine Ahnung ob damit die Passanten vor den Trinkern geschützt wurden oder anders herum, dort ging es auf jeden Fall hoch her. Ich hab auch noch richtig Geld ausgegeben, an einem der kleinen Läden wo man alles Mögliche am Gitter kaufen kann habe ich einen kleinen Schwamm für ca. 7 Cent erstanden, damit können wir in Zukunft unsere Schuhe sauber machen, das war gestern nach der Matschtour im NP eine kleine Herausforderung.
Zurück im Hotel gibt’s noch ein leckeres Abendessen und für Eva noch ein verspätetes Geburtstagsständchen und Kuchen von der Chefin von Authentic Madagascar und ihrem Team. Heni, der auch das Hotel gehört, hat Germanistik studiert und spricht perfekt Deutsch, neben dem Smalltalk war das eine sehr nette und unerwartete Überraschung.
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05.10.2026 Fahrn, Fahrn, Fahrn auf der RN7
Heute ist ein Transfertag um nach dem morgigen Transfertag in Ranomafana anzukommen. Die Fahrt aus Antananarivo heraus hat mal wieder 1,5h gedauert, danach auf der RN7 war erheblich weniger Schwerlastverkehr als auf der Strecke gestern. Was gibt es zu erwähnen, die Landschaft entlang der Strecke war wunderschon, die Kornkammer von Madagaskar, überall waren Felder in Terrassen angelegt die wunderschön anzuschauen waren. Leider mussten wir auch sehen, dass die Arbeit auf den Feldern immer noch nahezu komplett manuell verrichtet wird, dort wird umgegraben und geharkt, es gibt kaum Maschinen.
Unser erster Stopp ist in einer Stadt an der Strecke in der Kochwaren aus Aluminium hergestellt werden. Altaluminium wird eingeschmolzen, egal was es einmal war, ob Leichtmetallfelge oder sonstiges. Alles passiert barfuß oder in Flipflops, auch der Umgang mit dem flüssigen Metall. Im Anschluss schlendern wir noch über den Markt und weiter geht’s nach Antsirabe. Dort angekommen geht es für ein kurzes Lunch in eine Boulangerie. Zurück im Hotel starten wir mit unserer Rikschatour. Es geht entlang der Highlight von Antsirabe, der Bahnhof auf dem keine Züge mehr ankommen, dem Denkmal welches die 12 Stämme aus Madagaskar darstellt, dem in die Jahre gekommenen Hotel an den Thermalquellen, dem Markt und der Kathedrale. Eva war sehr kritisch ob das denn eine gute Idee wäre, mit den Rikschas, aber am Ende hatten wir einigen Spaß.
Da es ein wenig getröpfelt hatte und somit der Hotelpool keine echte Option war sind wir dann auch noch in die Touristenverkaufstellen für Cebuhornarbeiten, Baumwollartikel und Miniaturen aus recyeltem Material gefahren. Ich hatte den Eindruck Eddy war froh, dass der Programpunkt abgehakt war, damit wir dort Morgen nicht auch noch hin müssen.
Gleich gehen wir noch Essen und dann geht ein weiterer spannender Tag zu Ende.
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06.10.2026 Heute war es langweilig!
Zunächst noch ein Nachtrag, gestern sind wir mit der Rikscha zum Restaurant gefahren. Die beiden Rikschafahrer wollten dort warten während wir Essen waren. In der Zwischenzeit fing es an zu regnen und die Laune der beiden Burschen fiel, so weit runter, dass sie den vierfachen Fahrpreis haben wollten als sie uns am Hotel absetzten. Das gab noch eine längliche Diskussion unter Einbindung des Rezeptionisten im Hotel der übersetzen musste. Dann wollten die beiden ohne Geld abziehen und in letzter Sekunde haben sie dann doch noch den doppelten Fahrpreis akzeptiert den wir zu zahlen bereit waren.
Ansonsten sind wir heute ca. 250km von Antsirabe nach Ranomafana gefahren, das hat bei den hiesigen Straßenverhältnissen von 7:30h bis 16:00h gedauert. Mittags hatten wir eine halbstündige Pause in einer Holzwerkstatt wo Intarsienarbeiten und Schnitzereien gefertigt werden, das war eine richtig ordentliche Werkstatt mit einem prall gefüllten Laden. Habe mir einen Schuhlöffel gekauft.
Heute sind wir wieder an wunderschönen Reisterrassen und ebensolchen Dörfern vorbei gefahren und haben die hoffentlich größten Löcher in der Straße gesehen die wir hier erleben werden. Die letzten 15km bis Ranomafana hatten es in sich, das waren keine Schlaglöcher mehr, das waren mit Wasser gefüllte Tümpel mit 5 Metern Durchmesser und ca. 1m Tiefe.
Unser Hotel heute bietet wenig Abwechslung, es regnet und somit können wir draußen nichts machen. Das Highlight wird das Abendessen gleich. Nach dem Abendessen gestern mit einem gigantischen Zebu Steak gibt es heute für mich die vegetarische Variante.
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07.10.2026 Es gibt wieder Lemuren!
Zum Frühstück gab’s heute die klassisch madagassische Variante, Reisbrei mit Grünzeug, ein leckerer und deftiger Start in den Tag.
7:15h war Abfahrt um Nationalpark Ranomafana und nachdem Eddy unsere Ticket gekauft und unseren Guide Christian angeheuert hat sind es 8:00h bis es losgeht. Im NP geht es hoch und runter, am Ende des Tages haben wir 380 Höhenmeter und ca. 6,5km auf dem Tacho. Das ganze bei ziemlich erbärmliche Bedingungen, es regnet, es ist bewölkt und Nebel hat es auch. Christian macht das Beste draus, er ist ein echter Guide und erklärt uns auch einiges zu den Pflanzen. Erster Fotostopp ist bei den Golden Bambu Lemuren, das Männchen ist etwas goldener, insbesondere der Schwanz. Wie immer geht es ins Unterholz und nach 10 Minuten sind wir nass und total schmutzig, egal! Nächster Stoppist der einsame Lemur, der größte Bambus Lemur, davon ist in der Ecke nur ein einzelner übrig geblieben, uns hat er sich gezeigt. Weiter geht es hoch und runter, bis wir an der Aussichtsplattform sind, grade angekommen, kommt die Meldung rein, dass die großen schwarz weißen Lemuren, keine Indris, die gibt es hier nicht, in der Nähe gesichtet wurden. Christian und ich ziehen über Stock und Stein los und sehen 6-7 Lemuren im Geäst und sicher 20 Personen mit allen möglichen Aufnahmegeräten auf dem Boden. Heute haben wir auch noch einen Spotter dabei, der läuft für uns voraus und wenn er etwas sieht meldet er sich bei Christian und bringt mich in Fotoposition, „look, her is a good angle“. Die Tiere sitzen relativ hoch im Geäst und sind auch noch kleiner als die in letzten NP, zusätzlich zu den äußeren Bedingungen sind die Fotos heute kein einfaches Geschäft. Jedenfalls geht es nach dem Lemurenshooting zurück zu Eva auf die Aussichtsplattform. Eva hat dort derweil Teile der polnischen Reisegruppe belauscht, sich aber nicht zu erkennen gegeben.
Auf dem Rückweg lege ich mich mal so richtig auf den Hintern, das gab der Hose den Rest, die musste heute Nachmittag erst mal in die Wäsche, was den kurzen Stopp im Hotel erklärt bevor es weiter zum Tanala Dorf, ein Dorf mit Bewohnern des Tanala Stammes ging. Je höher wir im Dorf kommen, umso rudimentärer werden die Hütten, oben angekommen ist ein Verkaufsstand aufgebaut und es sammelt sich die Tanzgruppe aus dem Dorf, die Stars sind die ca. 4-5 Jahre alten Jungs die mittanzen. Am meisten Spass hat der Cheftänzer, das war lustig anzuschauen.
Der Dorfkönig ist anwesend und empfängt uns, wir werden herzlich willkommen gehalten, der Dorfchef murmelt etwas herum, Guide Christian übersetzt in 2 Sätzen, wir murmeln ebenfalls etwas herum im Sinne, wie glücklich wir doch sind, dass er ins in seinem Dorf empfängt, abermals erfolgt die Übersetzung durch Christian in zwei Sätzen. Den angebotenen selbstgebrannten Rum schlagen wir aus, dafür nehmen die anwesenden Dorfbewohner gerne einen doppelten.
Zurück in Ranomafana gibt es Lunch, ich hatte wieder die leckere lokale Suppe mit Zebu Einlage. Der Höhepunkt des Nachmittages ist der Besuch des Spabereiches im Thermen Hotel. Wir fragen uns natürlich gleich warum wir nicht dort abgestiegen sind. Für 45min haben wir unseren eigenen außen Pool mit 37 Grad heissem Wasser, dort lassen wir uns so richtig einweichen und waschen den Dreck von der Wanderung herunter. Das Ambiente hat Regenwaldflair und ist ein echter Genuss.
Zurück im Hotel mussten wir uns um die dreckigen Schuhe und die nassen Klamotten kümmern. Nachdem unsere Hosen 3h in der Waschlauge eingeweicht haben sind sie augenscheinlich sauber, das muss reichen. Nun sitzen wir beim Abendessen, ich hab den besten Rum den sie hier haben probiert und Eva nippt noch an ihrem Wein so war das heute, in Ranomafana.
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08.10.2026 Abschied vom Regen und mehr Lemuren
Heute geht es raus aus dem Regenwald ins Landesinnere, der Abschied war versöhnlich, heute schien die Sonne, das hat uns aber nichts mehr genutzt. Außerdem haben wir eine relativ kurze Etappe vor uns, nur rund 120km, die wir in bequemen 4h schaffen. Kurz bevor es wieder auf die Nord-Süd Nationalstraße geht kommen wir durch einen Ort wo heute Markt war, da war aber was los, bei uns wäre die Straße seit gestern gesperrt, hier fahren die 40 Tonner durch als wäre nichts.
Ansonsten verändert sich die Landschaft schnell, vom durch das Seeklima geprägten Regenwald geht der Übergang auf das trocken warme Klima im Landesinneren schnell. Auch wechselt die Geologie, nun sehen wir schöne Sandsteinformationen. Nach dem Checkin in unserem Hotel in Ambalavao, wo wir noch das Zimmer wechseln mussten, weil das gebuchte standard Zimmer weit unserem Standard war ging es dann weiter zum Anja Community Reserve. Dort haben 6 Dörfer ein Naturreservat geschaffen in dem es Chamäleons und Lemuren gibt. Die Lemuren sind die Ringelschwanzlemuren, die sind hier besonders freundlich und fotogen. Das Ganze ist keine Vorstellung von dressierten Tieren aber die Lemuren haben keine Angst und lassen uns ganz nah ran. Die Guides führen uns auch den Beuteschlag der Chamäleons mit der Zunge vor. Schnell eine Heuschrecke gefangen, auf ein Stöckchen gespießt und den Chamäleons hingehalten und dann hat das Chamäleon seine Zunge raus gehauen.
Dann sind wir noch über die Felsen zum Aussichtspunkt gewandert, auch der war fantastisch, obwohl das Reservat ziemlich klein ist, war die fast dreistündige Tour fantastisch.
Zurück im Hotel haben wir uns noch die dem Hotel angeschlossene Papierproduktion angesehen, fühlt sich an wie Tapete, wird aus der Rinde eines Baumes aus dem Süden hergestellt.
Das war ein super Tag heute.
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09.10.2026 Isalo Rock Sonnenuntergang
Gestern Abend und die letzte Nacht haben mich ein wenig auf Trab gehalten, mein Verdauungstrakt hat gestreikt und macht es einen Tag später immer noch. Heute ist wieder Transfertag, von Ambalavao nach Ranohira, wo wir Morgen den Isalo NP besuchen werden. Die Straßenverhältnisse waren heute ganz ordentlich, für die 150km lange Strecke brauchten wir nur 5h. Die Landschaft wechselt ständig, von Ganitformationen, über ein Hochplateau zu den Felsen von Isalo. Das Hotel hier ist Top, abgesehen vom AS in Antananarivo ist das der beste Laden auf der Rundreise. Den Nachmittag hatten wir frei, zum Wäsche waschen, am Pool faullenzen und am Hoteleigenen Sunsetpoint den Sonnenuntergang zu genießen. Das Abendessen war sehr interessant, ich hatte eine Gemüsepaella, das war es aber nicht, das war gebratener Langkornreis, etwas Ingwer, Koriander und Sojasauce hätten daraus ein solides Nasi gemacht.
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10.10.2026 Jurassic Park im Isalo Rock NP
Der Tag fing schon mal super an, um 5:00h ging die Sonne über den Felsen hinter unserem Hotel auf, was wir aus dem Bett beobachten konnten. Das Frühstück sieht in Madagaskar immer gleich aus, Variationen vom Ei (Omlet, Rührei oder Spiegelei), Toast, Croissant, Butter Marmelade ggf. Honig, so auch hier.
Um 7:15h war Abfahrt zum Isalo NP, wie immer musste Eddy erst die Karten kaufen, die Steuer zahlen und unsern Guide Xavier aufladen. Xavier spricht richtig gut Englisch und erklärt uns viel zu Flora und Fauna. Die heutige Wanderung führt uns über 7,2 km und 327 Höhenmetern erst mal durch einen engen Canyon zum blauen und schwarzen Pool. Die Sandsteinfelsen erstrahlen in den schönsten Farben und die Pflanzen in der oasenartigen Schlucht haben ein frisches Grün.
Nach dem Schwimmstopp im schwarzen Pool mit einem kleinen Wasserfall geht es ein kleines Stück zurück und dann hoch aufs Plateau. Dort ist die Vegetation an die Trockenheit angepasst und entsprechend karg. Der Blick in die Schlucht ist dafür beeindruckend. Nach Stopps an einem Baum an der Felsenkante und dem höchsten Punt der Wanderung, 905m üNN geht es wieder hinunter. Während wir eine kurze Rast am Campingplatz machen geht Xavier noch mal Lemuren suchen, leider komplett erfolglos. Daher bleibt es heute bei einer Stabheuschrecke, einem Lizzard und einem Chamäleon. Trotzdem eine sehr schöne Tour.
Zurück im Hotel gönnen wir uns eine Pause am Pool. Gegen 17:00h breche ich leider alleine noch mal zum Sunsetpoint des Hotels auf. Eva fühlt sich nicht ganz so gut und hat heute ausgesetzt. Daher hatte ich den Felsen für mich alleine, abermals gab es einige Fotos und dann habe ich mit der wärmenden Sonne im Rücken beobachtet wie die Schatten der Nacht an den Felsen hoch krochen. Ein gebührender Abschied von dieser beeindruckenden Landschaft.
Danach kam nur noch das Abendessen, gute Nacht!
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11.10.2026 Nochmal Transfer, auf die harte Tour
Heute haben wir gleich mit offenen Vorhängen geschlafen und konnten somit den Sonnenaufgang genießen ohne zuvor erst einmal sämtliche Gardinen und Vorhänge zurück zu ziehen. Sieht auf dem Bild nicht ganz so beindruckend aus, aber wenn der Ausblick ans Bett geliefert wird ist das zum wach werden schon ganz schön. Auch heute sind wir wieder um 7:30h auf der Straße. Eddy hat uns vorgewarnt und es kommt so schlimm wie angekündigt. Im mittleren Teil der Strecke sind wieder 60-80cm tiefe Löchern teilweise steht vom asphaltierten Teil der Strecke in der Mitte nur noch ein halber Meter. Es ist übel, wir machen die Tour nur einmal, Eddy fährt Morgen mit dem Auto zurück und in zwei Wochen kommt er mit dem nächsten Schwung Gäste. Direkt hinter der Lodge sehen wir eine Gesteinsformation die auch auf dem 1000 Ariary Schein abgebildet ist, jetzt kennen wir schon das Motiv den 100 Ariary Scheins – ein Frosch den wir am ersten Tag gesehen haben – und des Tausenders.
Die Fahrt zieht sich, für die 250km werden wir 6h brauchen, genug Zeit um sich die Veränderung der Landschaft anzuschauen, erst die Sandsteinformationen am Isalo NP, dann wird die Landschaft ebener und karger und man sieht an den Dörfern durch die wir fahren, dass die Leute ärmer werden. Dann kommt die Saphirminenzone, da ist wiederum einiges los. Je näher wir Richtung Küste und Süden kommen desto karger wird es bis wir irgendwann das Meer am Horizont ausmachen können. Die Größte Stadt des Südens ist Toliara, dort machen wir unsere Mittagspause bevor es in das Reniala Reserve geht.
Das Reservat gehört einem französischen Biologen der mit seiner madagassischen Frau auf Reunion lebt. Ziel des 64ha großen Gebietes ist es den Wald und die darauf stehenden Baobabs zu schützen. Baobabs sind keine Bäume sondern Sukkulenten, der älteste ist sogar 1300 Jahre alt. Ach ja, fake Baobabs gibt es auch, an den Hühnerfüssen und den Schotenförmigen statt runder Früchte zu erkennen. Irgendwie könnte man jedes Holz aus dem Wald für den Bootsbau nutzen. Den einen Baum für den Rumpf, den anderen als Paddel, noch einen anderen als Paddel. Dann noch den Saft eines Exemplars als Kleber. Man merkt an den Ausführungen, dass das Meer nur wenige hundert Meter entfernt ist.
Nach weiteren 7km sind wir endlich im Hotel für die kommenden 5 Tage. Zum Abschied gibt es noch einen Drink mit Eddy, wir rekapitulieren noch einmal die Tour und geben ihm sein Trinkgeld. In fünf Tagen werden wir ihn in Antananarivo wiedersehen für die Transfers von und zum Flughafen.
Rundreise zu Ende, jetzt kommt Madagaskar Beach Life!
Nachtrag, gerade haben wir noch mit einem Australier gequatscht, der macht 5 Wochen mit seiner Tochter Madagaskar und Kenia, der hatte viel Text. Der ist jetzt ins Bett, jetzt ist hier herrliche Ruhe, ich höre vom Meer einige Stimmen, keine Ahnung ob das die Fischer oder die Nachbarn sind. Das Hotel hier ist schon fein.
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12.10.2026 Keine Lemuren, Chamäleons oder Echsen, nur Sonne
Heute war der erste Tag im Hotel mit dem sperrigen Namen. Natürlich waren wir wie an den anderen Tagen schon ziemlich früh wach. Also ab ins Meer, und die Erfrischung vor dem Frühstück genossen.
Das Frühstück gab’s hier auf der Terrasse, was sonst noch geschah, hin und wieder ins Meer und auf der Liege die vergangene Rundreise rekapituliert. So verging ein fauler Tag recht schnell. Die Exklusivität die wir den Tag über genossen haben war dann nachmittags dahin, zwei Paare sind noch angekommen, beide kennen bereits von unserer Rundreise.
Zum Abendessen gab‘s wie gewünscht Fisch, die Welt ist sehr in Ordnung!
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13.10.2026 RELAX
So war das heute, ein kleiner Spaziergang am Strand, dazu gutes Essen und schnell ist ein Tag vorbei.
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14.10.2026 Schnorcheln?
Der Ausflug aufs Riff war ein Flop, zumindest das Schnorcheln. Aber von Anfang an, zunächst ging es mit der Fahradrikscha zum Hotel wo die Tour aufs Riff starten sollte. Das hat auch alles gut geklappt. Die Jungs, die das traditionelle Fischerboot steuern standen auch schon parat, so dass es gleich losging. Die Bootsfahrt unter Motor ging ganz fix und schon waren wir am Riff. Das Schnorcheln auf dem Riff war aber überhaupt nichts, da war nichts zu sehen. Dagegen waren die Seychellen ein wahres Füllhorn an Leben unter Wasser. Nach kurzer Rast auf dem Wasser ging es dann auch schon wieder zurück an Land, diesmal unter Segel, das hat Spaß gemacht. Die haben hier so quadratische Segel, ein bisschen wie Lateinersegel. Trotz GoPro war dementsprechend die fotografische Ausbeute von der Tour aufs Riff vernachlässigbar. Mit der Rikscha ging es dann wieder zurück ins Hotel. Mal wieder hat der Rikschafahrer gemeint er müsste mehr Geld von uns bekommen als er bereits bekommen hatte, alles wie beim letzten Mal, dabei hatten wir ihm schon 50% des Fahrpreises als Heavy-Duty Zulage auf den regulären Fahrpreis aufgeschlagen.
Der Rest vom Nachmittag ist dann wie die vorherigen Tage verlaufen, ganz gemächlich.
Heute Abend gibt es noch einmal Lobster, der hatte uns gestern so gut geschmeckt.
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15.10.2026 Reis- und Zuckersäcke
Der Ablauf heute war ähnlich wie gestern, als kleines Highlight hatten wir heute eine Bootstour mit den Fischerjungs von nebenan ausgemacht. Besprochen war heute um 16:00h zum Kokospalmenstrand uns zurück, mit einem ähnlichen Boot wie gestern.
Die terminliche Abstimmung hat schon mal nicht geklappt, statt um 16:00h standen die beiden bereits um 14:00h mit ihrem Nachen an unserem Strand. Egal, eigentlich wollten wir die Sonne am späten Nachmittag auf dem Wasser genießen. Natürlich ging noch einmal die komplette Preisverhandlung von gestern von vorn los, da waren wir jetzt aber eisern und haben auf den 60.000 Ariary bestanden, die gestern bereits vereinbar waren. Auch das Tourziel selbst wurde noch mal in Frage gestellt. Auf dem Wasser erweist sich das kleine Fischerboot, mit seinem grob aus Reis- und Zuckersäcken zusammengeschneiderten Segel, als echter Flitzer, da kommt wieder Freude am Segeln auf. Was konnten wir anhand des Segels lernen, Madagaskar importiert für den ganz armen Teil der Bevölkerung „broken Rice“ mit 25% kaputten Reiskörnern, so stand es zumindest auf dem Segel.
Kleiner Spaziergang am Kokosstrand und schon ging es wieder zurück zum Hotel. Das Ganze hat eine Stunde gedauert. Natürlich ging es bei der Verabschiedung noch mal ums Geld, da wollten die Jungs noch eine Nachzahlung.
Der Rest des Tages hat sich wie die anderen Tage gestaltet. Jetzt freuen wir uns auf das Abendessen, heute kommt die Seafood Platter, die hat uns der Australier am ersten Abend wärmstens empfohlen, am letzten Abend bekommen wir die auch.
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16.10.2026 Erster Abschied
Letzter Tag im Strandhotel in Ifaty, heute Mittag mussten wir den Süden, die Sonne und das Meer verlassen. Aber einen halben Tag hatten wir noch. Gestern waren die Spanier Carlos und Javier abgereist und dafür ein italienisches Pärchen gekommen. Um 13:00h stand bereits unser Fahrer vor der Tür um uns zum Flughafen Toliara zu bringen.
Der Flughafen ist ziemlich klein, der Koffer darf maximal 20kg wiegen, später sehe ich auch warum. Es muss mal wieder oft der Pass gezeigt werden und die Bordkarten werden auch regelmäßig überprüft. Wir haben alle Hürden genommen. Im Wartebereich gab es sogar ein Kiosk an dem ich mir noch eine Tamarindenbonbons gekauft habe. Die braucht keiner und die haben es auch nicht bis nach Antananarivo geschafft. Die Koffer werden beim Beladen händisch ins Flugzeug gestemmt, das war wohl der Grund für die Gewichtsbegrenzung. Eddy hatte uns ziemlich Angst gemacht, ob der Flieger denn pünktlich kommt und wir sollten auf jeden Fall kontrollieren wie es mit Verspätungen aussieht. Nix davon. Das Flugzeug war vor der Zeit da und wir waren 10min vor der geplanten Abflugzeit bereits in der Luft. Der Luftraum hier in Madagaskar ist sicher nicht so voll wie in Europa und die Start und Landeslots sind auch nicht das große Problem.
In Antananarivo angekommen, stand Eddy bereits parat und abging die Fahrt ins Hotel, erst über eine ziemlich lange und ziemlich holprige Straße und dann durch den abendlichen Vorort, wo am Freitag alle auf der Straße waren, ihre Besorgungen gemacht und das soziale Leben gepflegt haben.
Angekommen im Hotel gab es ein Feedback Gespräch mit Ravaka und Benjamin und danach haben wir uns im Restaurant vom AS Hotel noch ein ordentliches Abendessens schmecken lassen. Die Reise neigt sich dem Ende zu.
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17.10.2026 / 18.10.2026
Gestern Morgen haben wir es ruhig angehen lassen und die Annehmlichkeiten des Hotels genossen. Pünktlich um kurz nach 13:00h, war Eddy, wie vereinbart da um uns zum Flughafen zu bringen. Für die Ausreise mussten wir noch mal einen Zettel ausfüllen, dann ging es durch die Grenzkontrolle, Security, Gesundheitskontrolle.
Die Langstrecke über Mauritius hat sich mal wieder maximal gezogen, 2h Aufenthalt auf Mauritius währenddessen wir das Flugzeug nicht verlassen durften. Ansonsten war der Rückflug ein wenig Bumpy, aber nichts was uns aus der Ruhe gebracht hat. Jetzt sitzen wir hier in Istanbul und warten dass es weiter geht.
Das war es! Ende, End, Fin, bis zum nächsten Abenteuer.
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Fazit Madagaskar
Leider ist Madagaskar ein sehr armes Land. Wenn man sich auf den Märkten auf dem Land umschaut, es wird alles in Tagesportionen verkauft, eine Hand voll Holzkohle, kleine Häufchen mit Kartoffeln oder Tomaten. Alleine die Tatsache, dass mit Holzkohle gekocht wird spricht schon für sich. Auf den Feldern ist so gut wie nichts mechanisiert die „pflügen“ mit dem Spaten. Es werden riesige Mengen Material auf dem Fahrrad, auf der Rikscha, wenn es denn flach ist oder auf vierrädrigen Wagen mit Lenkrad, die dann aber geschoben werden. Nicht zu vergessen die Fischer an der Küste, die fahren mit kleinen Bötchen mit Ausleger raus, die paddeln, wenn Wind weht wird das Segel aus Reissäcken gesetzt, das war kein Sonderfall den wir dokumentiert haben, das war der Standard.
Die Taxis und der Öffentliche Nahverkehr verdienen auch Erwähnung die Taxis sind meist französischen Fabrikates und wurden in den achtziger Jahren gebaut. Renault R4, R5, Peugeot 205 usw. die Busse sind in der Regel Mercedes Sprinter, auch oft jenseits der 30 Jahre Grenze, wild am Leben gehalten, teils ohne Scheinwerfer und ohne Rücklichter.
Damit fahren die dann über Straßen die diesen Namen nicht verdient haben, Schlaglöcher in denen man wirklich ein Auto abstellen kann, oder Asphaltstreifen die nur noch 50cm breit sind.
Auch unser Auto hatte schon viel erlebt, ein ca. 25 Jahre alter Mitsubishi Pajero, mehr als gut gebraucht und mit dem Fahrwerk wäre ich in Deutschland nicht herum gefahren, alles ziemlich ausgelutscht.
Das alles übt eine gewisse Faszination aus, zeigt aber auch deutlich wie arm Madagaskar ist
Zu den schönen Seiten, die Menschen sehen nicht wie klassische Afrikaner aus, eher wie Asiaten, es gibt auch kaum dicke Menschen, geht ja auch gar nicht bei dem täglichen Kampf ums Überleben. Außerdem haben wir unglaublich viele gut aussehende Menschen gesehen.
Die Landschaft ist ebenfalls faszinierend, die wunderschönen in Terrassen angelegte Felder, die nicht an einer isolierten Stelle zu sehen waren, sondern uns auf dem gesamten Weg begleitet haben. Dann die tollen Nationalparks die wir besucht haben die wiederum die unterschiedlichen Landschaften und Tiere Madagaskars repräsentieren.
Das war ein Toller Urlaub!